Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Umzingelt von Felsmassiven, die wie eine Wand an der Landesgrenze verlaufen und ist bekannt für sein Naturphänomen, den sogenannten Felsregen.
Nara Rikojin

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Nara Rikojin » Sa 5. Mai 2012, 11:01

Aus Sumis Antwort schloss Riko, dass das Hauptquartier der sagenumwobenen Sheruta auf einer Insel lag. Sofort bildete sich vor Rikos innerem Auge das Bild einer tropischen Insel, versteckt auf hoher See. Die Insel musste umgeben vom heimtückischen Klippen und Stromschnellen sein, die ein Anlegen nur dann ermöglichte, wenn man den exakten Weg kannte. Auf der Insel selbst würde ein Urwald alle Einwohner vor neugierigen Blicken schützen. Tief im Inneren würde dann das Hauptquartier sein, vielleicht in einem Berg, oder einer antiken, längst verlassenen Stadt. Als der Nara merkte, wie weit seine Gedanken ins Reich der Fantasie abglitten ermahnte er sich sachlich zu bleiben. Also konzentrierte er sich auf die zweite Aussage Sumis, die besagte, dass ein Schiff in der Hafenstadt Duas auf sie wartete. "Ich sollte meinen Beruf wechseln, wenn man bei euch ein ganzes Schiff zur Verfügung gestellt bekommt. In Konoha sieht es momentan so aus, als würden nicht einmal die Wohnungen für alle reichen." Riko lachte leise und ließ sich in das weiche Gras fallen. Die Hände hinter dem Kopf verschränkt blickte er hinauf in die Baumkrone des Laubbaumes. Die Frage Sumis stellte ihn vor eine Entscheidung mit ungeahntem Ausmaß. Ein kurzer Abstecher nach Konoha würde zwar dafür sorgen, dass er sein Team und den Kagen sah und somit die wenigen Gewissenbisse, die in ihm ihr Unwesen trieben befriedigen. Andererseits musste er nach kaum einem Tag schon wieder abreisen, was ihn garantiert in keinem guten Licht dastehen ließ. Der Nara hatte eine lange Liste an Dingen, die er in Konoha tun wollte. Doch die offenen Punkte konnte er erst dann abarbeiten, wenn er auch wirklich zurückgekehrt war und nicht wenn er nur einen Abstecher in seiner Heimat machte. So gesehen würde ein kurzer Besuch nichts ändern. "Ich denke nicht, dass wir für einen kurzen Besuch nach Konoha zurückkehren sollten. Wenn wir dort hin gehen, dann nicht mit dem Vorhaben die Stadt binnen vierundzwanzig Stunden wieder zu verlassen. Aber auf dein Angebot die Insel zu erkunden werde ich eingehen. Wahrscheinlich würde ich irgendwann in Ohnmacht fallen, wenn ich die ganzen Geburtsvorbereitungen mit ansehen muss. Es ist noch nicht so oft passiert, dass ich einer Geburt beiwohnen durfte." Genau genommen ist es noch nie passiert, dass Riko bei einer Geburt anwesend gewesen ist. Alles was er darüber wusste stammte aus Büchern, die sich einige wichtige Details komplett sparten. Langsam ging die Sonne über dem Wald unter und Riko spürte eine Müdigkeit in seinen Gliedern, der er nicht länger widerstehen konnte. Mit einem ausgedehnten Gähner künidgte Riko also an, dass es Zeit war ein wenig Schlaf zu suchen. Dazu entsiegelte er beide Schlafsäcke. Ein Zelt würden sie heute Nacht wahrscheinlich nicht benötigen. Die tief hängenden Äste des Baumes schützten sie vor Nässe und Kälte, zudem schien es diese Nacht angenehm warm und trocken zu bleiben. "Gute Nacht Sumi!" Mit diesen Worten kletterte Riko in seinen Schlafsack und schloss die Augen in der Hoffnung schnell in das Reich der Träume eingelassen zu werden. Doch die Hoffnung erwies sich als falsch.
Es war ein seltsamer Gedanke, der ihn lange Zeit wach hielt. Der Gedanke an Familie. Riko erinnerte sich an das kurze Gespräch mit seinem Großvater, bevor er aufgebrochen war. Der Nara war für alle seine Verwandten stets mehr ein Fluch, als ein Segen gewesen. Trotzdem hatten alle, speziell sein Großvater, immer für ihn eingestanden. Wie oft Hioda seinen Enkel aus der Ausnüchterungszelle geholt hatte, all die Finanzspritzen, die guten Ratschläge die an Riko abgeprallt waren, wie an einer Mauer. Riko selbst hatte seinem Großvater nie etwas zurückgegeben, eher im Gegenteil. Letzlich war Riko seinem Großvater aus dem Weg gegangen, hatte keinen Kontakt mehr gesucht, bis eben kurz vor seinem Aufbruch auf die Reise. Familie... Riko drekte sich in Sumis Richtung um ihr einige Minuten zuzusehen. Man sah, wie sich ihr Brustkorb unter dem Schlafsack in regelmäßigen Bewegungen hob und senkte. Ob sie neben Niwa auch Familienmitglieder hatte? Vielleicht wollte sie ihre engen Verwandten wieder sehen, doch sie waren bereits verstorben. Riko jedoch hatte noch eine Chance seinem Großvater unter die Augen zu treten. Sobald er nach Konoha zurückkehrte musste er nur ein paar hundert Meter bis zum Anwesen der Nara gehen. Dann musste er sich zusammenreißen und über seinen Schatten springen, was wesentlich schwerer war. Doch was würde er sagen? Die Frage ließ ihm keine Ruhe, was dazu führte, dass er sich immer unruhiger in seinem Schlafsack hin und her bewegte. Auf Dauer würde er Sumi so aus ihrem wohl verdienten Schlaf wecken, also musste er die Frage in Ruhe außerhalb der Behausung klären. Der Nara rekelte sich mucksmäuschenstill aus seinem Schlafsack, schob die Äste bei Seite und fand sich anschließend alleine in der Nacht wieder. Es war tatsächlich angenehm warm und außer dem leisen Plätschern des Flusses und einem kaum vernehmbaren Rauschen der Blätter im Wind war kein Laut zu hören. Rikos Schritte führten ihn wie in Trance ein paar Meter bis zum Fluss. Hier fand er einen Felsen, auf den er sich setzte. Sein Blick war auf die dunklen Schemen des Flusses gerichtet, während er mit seiner linken einen Kiesel nach dem anderen in den Fluss schmiss. Platschend trafen sie auf die Wasseroberfläche und gingen anschließend unter. Genauso versank auch Riko wieder in seinen Gedanken. Er wusste nicht, was er seinem Großvater sagen sollte. Entschuldigung dafür, dass ich erst ein Arschloch war und anschließend geflohen bin um deine Vorwürfe nicht ertragen zu müssen! Ein besonders flacher Stein sprang drei Mal über die Wasseroberfläche, bevor er sich zu den anderen auf den Grund des Flusses gesellte. Ich will eine Entschudligung für die übermenschlichen Ansprüche, die ihr in meiner Kindheit an mich gestellt habt. Dann entschuldige ich mich für all die übertriebenen Dinge, die ich getan habe um diesen Ansprüchen zu widersprechen! Im Grunde waren es nur die Augen seines Großvaters, vor denen er sich fürchtete. Beide wussten genau, was zwischen ihnen stand. Beide wussten, dass jede der beiden Parteien schuldig war. Trotzdem waren beide Parteien sich bewusst, dass ein paar Worte diese Schuld nicht einfach verschwinden lassen konnte. Beide Parteien waren sich der Schuld bewusst, jedoch hatten sie niemals anschuldigungen ausgesprochen. Alles war auf einer subtilen, zerstörerischen Ebene passiert, die sowohl an Rikos, als auch an den Nerven seines Großvaters gezehrt hatte. Er musste mit ihm sprechen, wenn er zurück in Konoha war.

Mukiwara Sumiyaka

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Mukiwara Sumiyaka » So 6. Mai 2012, 21:10

Froh darüber, dass die aufkeimende Spannung zwischen ihnen so leicht beseitigt wurde, setzte sich Sumiyaka neben Rikojin. Sie hatten ihren Platz unter einer großen Buche gefunden, deren ausladende Krone ein dichtes Dach aus Geäst und Blättern bildete. Zwar gehörten Buchen zu einer recht verbreiteten Baumart und waren auch bis weit über die Mittelgebirgsgrenzen auffindbar, doch eine zu finden, die auf weiter Flur der einzige Baum war, grenzte fast an ein Wunder. Ebenso wie die Tatsache, dass sie nun heil beieinander saßen. Ihr eher kritisches Thema der Missings hinter sich lassend, widmeten sich die beiden Wanderer nun ihrer kommenden Reise nach Kamikakushi. Dabei galt es zu überdenken, ob diese sie zuvor noch an Konohagakure vorbei führen sollte. Für Sumiyaka eher ein vergnügliches Thema, denn auch wenn die Stadt noch immer im Wiederaufbau war, hatte sie sie und vor allem die Menschen darin als sehr warm und gastfreundlich empfunden. Ein Ort an den sie nur zu gern wieder zurück kehren wollte. Und dies nicht zuletzt, weil dort der Sitz der Nara zu finden war. Während die Medic vorallem gute Erinnerungen mit der Stadt verband, ging Rikojin eher lax darüber hinweg und machte darauf aufmerksam, dass eine Rückkehr nicht nur für vierundzwanzig Stunden sein sollte. Dabei wirkte er nachdenklicher als sonst, auch wenn er bei der Bemerkung ihres gut vergüteten Jobs leise lachte. Rikojin ließ sich nach hinten ins Gras fallen und verschränkte seine Arme hinter dem Kopf. Sein in die Ferne gerichteter Blick, der auch durch die über ihnen hängenden Bätter nicht aufgehalten werden konnte, ließ auch Sumiyaka ein wenig nachdenklich werden. Einen Moment hing auch sie ihren Gedanken nach, sah auf den Mann vor ihr hinab und lächelte sanft. Erst nachdem einige Zeit verstrichen war, ergriff sie wieder das Wort und meinte nachsichtig, "erwarte bitte nicht zu viel von unserem Segeltörn." Auch wenn sie erst wenige Momente zuvor von Rikojins Vorstellungen ihres Lebens vor den Kopf gestoßen wurde, begann sie nun langsam zu verstehen, was das Leben eines Sheruta für Assoziation bei außen stehenden Menschen hervor rufen konnte. Ihre Organisation war klein und sie arbeiteten im Verborgenen. So waren auch über die Jahre kaum Informationen nach außen gedrungen. Das den Mitgliedern ein Siegel in den Rachen gesetzt wurde, wodurch es ihnen nicht möglich war Informationen über die Organisation preis zu geben ohne ihr Gedächtnis zu verlieren, tat sein übriges. So gab es genug Spielraum zwischen den Sagen und Gerüchten, um um die Sheruta ein Gespinst aus romantischen Vorstellungen zu spannen. Vorstellungen, in denen die uneigennützigen Helden alles opferten, um die Ausgestoßenen der Gesellschaft zu schützen. Das diese heroische Aufopferung, wie in jeder guten Geschichte, mit einem entsprechendem Reichtum entlohnt würde, war dabei nicht mehr allzu weit hergeholt und dennoch so weit weg von der Realität, wie es nur sein konnte. "In Duas liegt nur ein kleines Boot vor Anker, kein ganzes Schiff. Der Kahn wurde mir glücklicherweise von Freunden überlassen, ansonsten müssten wir wohl unsere Reise schwimmend fortsetzen." Ein schelmisches Zwinkern unterstrich die unmöglich in die Tat umsetzbare Theorie, ihre Reise schwimmend durch das Meer zurück legen zu können.

Die Zeit verstrich. Waren sie bereits zur Mittagszeit an ihrem Rastplatz angekommen, hatten sie durch ein ausgedehntes Bad, eine eben solche Mahlzeit und ihr darauf folgendes Gespräch ausreichend Zeit gefüllt, dass die Sonne bereits begann ihren Weg hinter die Berge aufzunehmen. Der Himmel hatte sich unbemerkt rot verfärbt und kündigte die bevorstehende Nacht an. Das Wetter war mild und trocken und der sanfte Wind vom Hang des Berges kündigte eine ebenso trockene Nacht an. Mit einem gähnen begleitet, richtete sich Rikojin auf und machte sich daran ihre Schlafsäcke zu entsiegeln. Erst jetzt spürte auch Sumiyaka wieder die Müdigkeit, die sie seit dem verstrichenen Morgen begleitet hatte. Eine gesunde Mütze Schlaf - eine riesige, zeltartige Mütze - würde ihnen sicher beiden gut tun. Entsprechend befürwortete sie Rikojins Absichten und griff ihm helfend unter die Arme. Als ihr Nachtlager gerichtet war, krochen sie in ihre Schlafsäcke und waren nur Augenblicke später eingeschlafen. Nun, zumindest eine von ihnen schlief den Schlaf der Gerechten. Rikojin hingegen jagten die Geister der Vergangenheit und hielten so erfolgreich den Schlaf von ihm fern. Unruhig welzte er sich hin und her, nur um festzustellen dass sich manche Sorgen nicht so einfach verdrängen ließen. Sumiyaka hingegen war derart erleichtert über die geglückte Rettung Niwas, dass sie schlief wie ein Stein. Es war bereits mitten in der Nacht als Rikojin, noch immer schlaflos, sich endlich dazu entschloss aufzustehen und eine Wanderung in Richtung Bach unternahm. Er war bereits seit einer ganzen Weile verschwunden, als Sumiyaka im Halbschlaf blinzelte, um sich seiner Gegenwart zu vergewissern. Es war eine Angewohnheit die ihr Körper fast wie einen Instinkt übernommen hatte. War sie in Begleitung sah sie nach jeder Tiefschlafphase nach dem Rechten. Eine Angewohnheit, die sie seit ihren Anbu Zeiten nicht abgelegt hatte. Und da der Wechsel zwischen den Tiefschlafphasen und einem weniger tiefen Schlaf in immer kürzeren Abständen von statten ging je länger der Mensch bereits schlief, war ihre Wachsamkeit gerade kurz vor der Dämmerung, der oftmals gefährlichsten Zeit auf Missionsreise, auf dem Höhepunkt. Etwas das ihrem Team, trotz aufgestelltem Wachposten, schon einmal das Leben gerettet hatte. Heute Nacht würde diese Angewohnheit vermutlich niemandem das Leben retten. Dafür riss es Sumiyaka gänzlich aus dem Schlaf, als sie den Schlafsack neben sich leer vorfand. Mit einem Schlag hellwach setzte sich Sumiyaka auf und lauschte in die Stille der Nacht. Da sie, neben dem Rauschen von Wasser und dem leisen Flüstern der Blätter, keinerlei Geräusche vernahm, richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf den Boden um sich herum. Sie hatten am Abend zuvor den größten Teil des spärlichen Grasbewuchses um sie herum nieder getrampelt oder platt gelegen. Zwar hatten sich die Pflanzen über die Zeit hinweg wieder aufgerichtet, doch konnte ein geübtes Auge ihre Spuren noch immer erkennen. Weniger schwer zu erkennen waren die Spuren, die sie in der umliegenden Erde hinterlassen hatten. Einen Augenblick folgten ihre Augen den Spuren, während sie in Gedanken den Verlauf des gestrigen Nachmittages durch ging. So konnte sie schnell die frischeste Spur zwischen den Fußabdrücken ausmachen, ohne sich auch nur einen Millimeter bewegen oder weitere Geräusche von sich geben zu müssen. Und so wie die Spur aussah, war Rikojin allein gegangen. Eine Erkenntnis, die die gespannten Muskeln in ihrem Körper löste und die sich aufbauende Sorge ein wenig dämpfte. Dennoch war es mit dem Schlaf vorerst vorbei. Weshalb sich Sumiyaka leise erhob und ebenso geräuschlos der Spur Rikojins folgte. Diese führte sie zurück an den Fluss, an eine Stelle an der sie vor nicht allzu langer Zeit ein ausgedehntes Bad genommen hatte. Nun jedoch lag das Stück Fluss ruhig und verlassen vor ihr. Selbst der Schatten eines hoch gewachsenen Mannes, sitzend auf einem Stein, förderte den Eindruck der Einsamkeit an diesem Ort. Sumiyaka zögerte. Der Eindruck von heute Nachmittag, etwas würde Rikojin beschäftigen, stellte sich wieder ein und sie fragte sich, was für ein Problem-Typ er wohl sei. Löste er Probleme zusammen mit seinen Vertrauten oder neigte er eher dazu sie mit sich selbst auszumachen? Nach dem was sie von ihm wusste, vermutete sie eher, dass er seine Sorgen lieber für sich behielt. Begleitet von einem leisen Seufzen und mit einem leicht hängenden Kopf wandte Sumiyaka sich von der Szene vor ihr ab, um sich unbemerkt zurück zu ihren Schlafsäcken zu begeben. Doch verharrte sie in der Bewegung, als ihr einfiel, was für ein Mensch sie selbst war. Entschlossen ballte sie die Hände zu Fäusten und ihre Augenbrauen sanken ein paar Etagen tiefer. Auch wenn Rikojin seine Sorgen lieber für sich behalten mochte, sie würde ihn dennoch nicht allein hier draußen lassen. Mit dieser Entschlossenheit ging sie zu ihm hinüber und gesellte sich wortlos zu ihm auf den Stein. Nach hinten auf ihre Hände gestützt, lag ihr Blick auf dem im Mondlicht glitzernden Fluss. Das leise Rauschen hatte etwas beruhigendes und so murmelte sie das erste, das ihr dazu einfiel. "Die Nacht ist wunderschön." Begleitet von einem zufriedenen Lächeln stellte sie für sich fest, "so friedlich und klar. In solchen Momenten fühl ich mich so klein und unbedeutend, dass auch meine Vergangenheit nebensächlich wird. Und irgendwann fange ich an, mich ganz normal zu fühlen. Wie ein ganz normaler Mensch." Während sie sprach, lehnte Sumiyaka den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. "Dann wird mir klar, dass solange ich lebe und ich mich und die Menschen um mich herum nicht aufgebe, es immer einen Weg für mich gibt. Und die Gegenwart, als auch die Zukunft wichtiger ist als die Vergangenheit." Sie schwieg eine Weile und atmete dann geräuschvoll aus. Ein amüsiertes Schnauben, fast entschuldigend. Das auf ihr Gesicht gehauchte Lächeln wurde breiter, ihre Augenlieder schlugen auf und ihr Blick suchte den Weg durch das Blätterdach zu den Sternen. Gedankenverloren flüsterte sie, "aber vielleicht bin ich nur ein Träumer."


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Nara Rikojin

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Nara Rikojin » Di 8. Mai 2012, 19:46

Der Sternenhimmel spiegelte sich im träge dahin fließenden Fluss. Nur wenn ein von Riko geworfener Stein kurz die Oberfläche durchbrach verschwand das Bild in den sanften Wellen. Platsch. Ein weiterer Stein fand den Weg von Rikos Hand hinaub auf das Flussbett. Rikos Gedanken hingen bei seiner Familie, oder zumindest dem Teil, der davon noch übrig war. Dabei war er so sehr in seine eigene Welt abgetaucht, dass er Sumi erst bemerkte, als sie sich neben ihn auf den Stein setzte. Allerdings erschreckte ihr plötzliches Erscheinen den Nara nicht, stattdessen wechselte sein eben noch ernster Gesichtsausdruck und zeigte nun eine Spur mehr Gelassenheit. Die Frage, wieso sie wach war und wie sie den Nara gefunden hatte stellte sich für Riko kaum. Sie hatte nicht zum ersten Mal ihre wachen Sinne und ihre jahrelange Erfahrung bewiesen. Stumm wechselte Rikos Blich zu ihr, als sie leise zu sprechen begann. Ihre Stimme schien sich der einzigartigen Ruhe der Nacht anzupassen. Sie sprach davon, dass sie sich in Momenten wie diesen klein und unbedeutend fühlte. Anders, als die meisten Menschen nahm sie dies jedoch nicht negativ auf, sondern verband es sich damit zumindest temporär wie ein normaler Mensch zu fühlen. Mit geschlossenen Augen fügte sie hinzu, dass ihr dann auch klar wurde, dass der Wille in Gegenwart und Zukunft zu Leben jeden Gedanken an eine tragische Vergangenheit abschütteln konnten. Der Gedanke entfaltete sich vor Riko, er glaubte zu verstehen, wie sie sich fühlen musste. Der Wunsch ein normaler Mensch zu sein traf bei den meisten Menschen wohl auf Unverständis. Wer wollte schon ein Teil der Masse sein, während anderswo Abenteuer und Verantwortung warteten, wenn man selbst einen wichtigen Teil zum Geschehen in der Welt beitragen konnte. Doch Sumi war so oft mit Verantwortung konfrontiert, so viel schien auf ihren Schultern zu lasten. Besonders, da sie jeden Anspruch, der an sie gestellt wurde sehr zu Herzen nahm, auch wenn diese Ansprüche von niemandem als ihr selbst kamen. Die Tragik ihrer Lage zeigte auch ihr letzter Satz, den sie passenderweise mit träumerischen Augen gen Himmel gewandt aussprach. "Manchmal komme ich mir vor wie ein kleines Kind, das Gedanken aus Bauklötzen baut. Ich baue so lange, bis ein Haus vor mir steht. Bunt, kantig und wackelig. Nicht selten dauert es nur kurze Zeit, bis das Haus zusammen fällt. Ob nun tatsächlich ein Erdbeben, die Flucht vor mir selbst, oder eine Flasche Sake daran Schuld ist, die Folge ist die Gleiche: Ich stehe am Ende doch vor Trümmern." An sich zwar ein einsichtiger, aber ein trauriger Gedankengang. Trotzdem schien der Ausdruck Rikos von Hoffnung zu sprechen, genau wie seine Stimme. Die Erklärung dafür folgte sofort. "Du hast mit gezeigt, was es bedeutet im Leben Prinzipien zu zeigen. Du nimmst dich selbst zurück, verschreibst dich anderen. Du bist zielstrebig und konsequent in deinem Willen denen, die dir nahe stehen zu helfen. Durch dich und die Reise habe ich erkannt, oder besser ... gestehe ich mir selbst ein, wieso meine Gedanken zerfallen und scheitern. Sicher kann und will ich nicht meinen Charakter ändern, aber ich weiß nun, was ich tun will und vor allem, dass ich es tun werde." Riko erhob sich, indem er sich leicht von dem Stein abstieß. "Das ist ein wichtiger Schritt für mich und die Dankbarkeit dafür gilt alleine dir. Für mich bist du kein normaler Mensch und wirst es auch niemals sein. Für mich bist du..." Riko suchte nach dem richtigen Wort. Spontan orientierte sich Riko an dem, was ihr Anblick genau in diesem Moment auslöste. "...unwiderstehlich!" Seine Worte standen in der Luft, sollten jedoch nicht einfach so verhallen. Wie zum Beweis bückte sich Riko langsam zu ihr hinab und küsste sie. Es war kein Kuss aus Verlegenheit, oder der Vollständigkeit halber. Es war ein Kuss, der ihr zeigen sollte, wie wichtig sie ihm war, wie viel sie ihm bedeutete, wie glücklich er war sie vor wenigen Tagen in Konoha zufällig getroffen zu haben. Seine Lippen legten sich sanft auf die Ihrem, während er seine Augen schloss um den Moment zu genießen. Er schmeckte ihre Lippen, kurz vor dem Paradies löste er sich von ihr, schlug langsam wieder seine Augen auf. Einige Sekunden blieb er einfach nur stehen und blickte sie mit einem fröhlichen Lächeln an. Dabei versuchte er seinen Atem langsam wieder zu kontrollieren, anscheinend hatte er diese lebenserhaltende Funktion während des Kusses kurz eingestellt. Schließlich bot er ihr die Hand und drehte sich seitlich in Richtung ihres Schlafplatzes. "Vielleicht sollten wir versuchen noch eine Mütze Schlaf zu bekommen, wenn wir demnächst in See stechen. Darf ich?"

Mukiwara Sumiyaka

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Mukiwara Sumiyaka » So 13. Mai 2012, 20:23

Anfangs war sie verunsichert, wie sie sich Rikojin gegenüber verhalten sollte. Etwas quälte ihn, weshalb er seine sonst so beruhigende Ausstrahlung verlor. Zwar wollte Sumiyaka ihn nicht bedrängen, doch kam es für sie ebenso wenig in Frage ihn mit seinen Sorgen allein zu lassen. Deshalb setzte sie sich zu ihm und versuchte ihm Mut zuzusprechen, ohne darauf zu bestehen, dass er sie einweihte. Stattdessen hoffte sie ihm das Gefühl vermitteln zu können, nicht allein zu sein. Entgegen ihrer Hoffnung nicht als Eindringling aufgenommen zu werden, begann Rikojin sogar, sich ihr ein Stück weit zu öffnen. Ein wenig kryptisch begann er dabei von seinen eher mäßig erfolgreichen Versuchen zu berichten, mit denen er es regelmäßig schaffte, sein Leben zu vermasseln. Dabei schnitt er Charakterschwächen an, die Sumiyaka bedingt durch sein Krankheitsbild bereits vermutet hatte. Jedoch etwas zu vermuten und eben dies dann so frei heraus gesagt zu bekommen ist etwas vollkommen anderes. Verblüfft sah sie zu Rikojin auf. Während er dazu über ging zu erläutern, wie sie positiven Einfluss auf sein Leben genommen hatte, fragte sich Sumiyaka, ob sie jemals ebensolche Größe besitzen würde, ihre größten Schwächen sich selbst und Anderen gegenüber einzugestehen. Rikojin war kein so kleines Licht, wie er sich selbst darstellte und auch sein offen zu Tage getragener Wille etwas an seiner Situation zu ändern, ließ ihn nur noch heller strahlen. Auch wenn es für einen Nara ein leichtes war, sich unter den eigenen Schatten zu stellen - Sumiyaka lächelte bei dieser Vorstellung - so reichte der steinige Weg, über den Rikojin bisher gestolpert war nicht aus, um sein Potential zu verbergen. Sumiyaka war versucht ihm zu sagen, für was für einen wertvollen Menschen sie ihn hielt; ihm vor Augen zu führen, welches Vermögen sie in ihm sah. Doch stattdessen sah sie ihn nur wortlos lächelnd an. Sie glaubte, selbst wenn sie es ihm sagen würde, so würde er ihr zwar zuhören, sie aber nicht vollends verstehen. Es würde besser sein, prägender, wenn er es selbst heraus fand. Und die ersten Schritte hatte er bereits getan. Nicht nur, dass er bereit dazu war diesen Weg anzutreten, er war sich auch darüber im klaren, wie wichtig dieser Schritt für ihn sein würde. Und nicht nur das, sie selbst wollte auf seiner Entdeckungsreise dabei sein.

Schwungvoll erhob sich Rikojin von dem großen Stein der bisher als seine Sitzgelegenheit gedient hatte. Als er vor Sumiyaka stand, bedankte er sich bei ihr. Dabei vermittelte er ihr mit einer Selbstverständlichkeit die vermutlich nur er zu Tage bringen konnte, wie schön es sein konnte, nicht zu den normalen Menschen zu zählen. Weil sie damit etwas besonderes für ihn wurde. Eine angenehme Wärme durchflutete ihren Körper und die Hitze in ihrem Gesicht verriet ihr, dass sie Farbe angenommen hatte. Aber es war ein angenehmes Gefühl. Und als Rikojin näher kam um sie zu küssen, flatterte ihr Herz wie wild in ihrer Brust. Nur die Ruhe, die Rikojin nun wieder ausstrahlte, vermochte es sie vor einem verfrühten Herzinfarkt zu bewahren. Sie erwiderte seinen Kuss, ohne die Verlegenheit die sie bei dem ersten Zusammentreffen ihrer Lippen verspürt hatte, und schloss geniesend die Augen. Beinah' wie von selbst löste sich dabei ihre Hand von ihrem steinigen Sitz und wanderte zu Rikojins Gesicht. Mit fast tauben Fingerspitzen strich sie ihm über die Wange und ein Stück den Hals hinab, als er den Kuss brach und sich wieder von ihr entfernte. Zurück blieb ein Prickeln in ihrem Körper. Ihre rechte Hand, noch immer unbestimmt in der Luft zwischen ihnen, fand ihren Weg in seine, als er vorschlug zurück zum Rastplatz zu gehen. Er half ihr auf, wodurch ihre wackeligen Knie vermutlich weniger offensichtlich waren. "Ja, wir sollten zurück gehen", hörte sie sich sagen, ohne zu wissen wie die Worte ihren Mund verlassen konnten. Doch statt sich in Bewegung zu setzen, blieb sie einfach vor ihm stehen. Für einen Moment sah sie ihn nur an und vergaß dabei sogar seine Hand wieder freizugeben. Noch bevor sie länger darüber nachdenken konnte was sie tat, stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und legte, begleitet von einem gemurmelten, "lass uns noch etwas hier bleiben", sanft fordernd ihre Lippen auf die seinen. Dabei lehnte sie sich leicht gegen seinen Oberkörper, um nicht nach vorn überzukippen.

Nara Rikojin

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Nara Rikojin » Mo 14. Mai 2012, 21:29

Sumis Hand schloss sich um seine und Riko stellte sich gedanklich schon darauf ein einen Weg durch die Nacht hin zu ihrem Lager zu finden. Doch er spürte einen geringen Widerstand, als er sich vom Fluss wegzudrehen begann. Die Dunkelhaarige hielt noch immer seine Hand, bewegte sich aber nicht um Rikos Bewegungen zu folgen. Stattdessen streckte sie sich und küsste Riko ein weiteres Mal. Davor sprach sie noch davon doch noch etwas an Ort und Stelle zu verbleiben. Ihre Worte kamen jedoch nicht mehr im Verstand des Nara an. Stattdessen konzentrierte er sich voll und ganz auf ihre sanften Lippen auf den seinen, ihren wunderbaren Geschmack und das warme Gefühl ihrer Nähe. Dabei merkte er instinktiv, dass sie sich gegen ihn zu lehnen schien. Hinzu kamen die wackeligen Knie, die sie eben noch gehabt hatte, als er ihr die Hand gereicht hatte. Sofort hatte Riko das Bedürfnis seine Hände schützend um Sumi zu legen und sie nie wieder los zu lassen. Also fuhr er mit seinen Händen langsam und vorsichtig an ihrer Seite entlang. Seine großen Hände umschlossen ihre Hüfte und drückten sie an sich. Dabei unterbrach er den Kuss nicht, sondern versuchte ihr umso mehr ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.
Zum ersten Mal realisierte er, was ein Moment wie dieser für Sumi bedeuten musste. Als Mitglied von Sheruta hatte sie viele schwere Lasten auf ihren Schultern zu tragen. Eine von diesen Lasten war, dass sie ihr Leben, ihre Existenz für den Schutz eines Menschen, oder besser der Menschheit einsetzte. Es musste für sie kaum einen anderen Gedanken geben als den ihre Pflicht zu erfüllen, während sie selbst mehr Sorgen mit sich trug, als ein Mensch normalerweise ertragen konnte. Sie existierte für andere, eine hohe Form der Selbstaufopferung, die ihresgleichen suchte. Vorsichtig löste Riko den Kuss, fuhr mit seiner rechten Hand zart über ihre Wange. Vor ihm stand eine Heldin, auch wenn nur wenige dies erkennen mochten. Die Finger seiner rechten Hand fanden ihren Weg durch ihr wunderbares Haar, während seine Linke noch immer die Umarmung beibehielt. Schließlich küsste er sie ein weiteres Mal. Unwiderstehlich. Riko erinnerte sich noch, welchen Eindruck Sumi bei ihrem ersten Aufeinandertreffen gemacht hatte. Der Waffenrock geführt wie eine Handtasche, verbale Konter, die einige Menschen erblasst dastehen ließen. Im Laufe der Reise hatte er sie besser kennen gelernt. Er glaubte nicht mehr nur ihr Äußeres zu sehen, sondern auch die ersten Umrisse des Menschen, der in ihr wohnte. Mit diesen Umrissen war er sich bewusst, dass er ihr gegenüber ein Versprechen äußern wollte. "Hör zu... ich habe gesehen, wie wichtig dir Niwa ist. Was du auf dich nimmst, um anderen zu helfen. Wie sehr du dich zurückstellst um für andere da zu sein. Aber... auch du brauchst Sicherheit und Halt. Vielleicht... vielleicht kann ich es in Zukunft für dich sein." Rikos Blick suchte den ihren, wartete auf eine Antwort auf die Frage die er im Raum stehen gelassen hatte. Er selbst wusste, dass man sie nicht so einfach finden konnte. Doch er wollte Sumi wissen lassen, dass er bereit war ihr zur Seite zu stehen, ihr Schutz und Halt zu geben. Ob sie es überhaupt zu ließ, dass ein anderer Mensch ihr so nahe war? Ob sie das Gefühl kannte sich einem anderen Mensch anzuvertrauen, Sorgen und Glück zu einem großen Teil mit ihm gemeinsam zu tragen. Riko war versucht zu denken, dass es neu für sie war. Eine Unbekannte, die sie wegen ihrer lebenslangen Berufung als Sheruta noch nie in Erwägung gezogen hatte. Wahrscheinlich war man als Sheruta nicht unbedingt einsam, aber bestimmt hatte man auch nie das Gefühl in den Händen einer anderen Person geborgen zu sein.

Mukiwara Sumiyaka

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Mukiwara Sumiyaka » Do 17. Mai 2012, 17:24

Ohne groß darüber nachzudenken lehnte sich Sumiyaka an Rikojin und küsste ihn. Sie wollte den Moment ihrer nächtlichen Begegnung nicht so schnell vergehen lassen. Während sich ihre Lippen berührten, legte Rikojin seine Hände auf Sumis Hüften und zog sie dichter an sich. Da auch sie nun ihre Hände frei hatte, legte sie die Arme um seine Taille, ihre Hände ruhten auf seinem Rücken. War sie Anfangs noch unsicher auf den Beinen, würde sie sich jetzt, ohne den Halt den Riko ihr gab, kaum noch aufrecht halten können. Doch war dies außerhalb ihrer Wahrnehmung. Sie spürte lediglich seine Nähe; die Wärme die er ausstrahlte und die Lippen, die mit ihren zu einem intensiven Kuss verschmolzen. Sein Kuss. Sein warmer Atem, der sanft über ihr Gesicht strich und eine leise Gänsehaut auf ihren Armen verursachte. Hatte ihr Herz eben noch durch seine Berührung aufgeregt geflattert, so wurde ihr Körper nun gleichermaßen von einer Ruhe erfüllt, die vor einem heran brausenden Sturm auf der Wasseroberfläche eines einsamen Sees hinterlassen werden würde. Langsam lösten sich ihre Lippen und die Hand an ihrer linken Wange zwang sie dazu, ihre Augen zu öffnen. Mit glasigem Blick sah sie in Rikojins Augen und lächelte zufrieden. Sie waren allein. Über Kilometer hinweg erstreckte sich um sie herum nur unbewohnte Natur - die Berge, Wälder und steinige Einöden Tsuchi no Kunis. Und doch war es sein Blick, der ihr das erste mal das Gefühl von Sicherheit gab. Seine Stimme drang gedämpft an ihr Ohr, aber erst der Name Niwas ließ ihm all ihre Aufmerksam zukommen. Rikojin sprach davon, wie sie sich selbst zurück nahm und von ihren Strapazen, die sie ertrug um Anderen zu helfen. Verwundert legte Sumiyaka die Stirn in falten und das bis eben zufriedene Lächeln brach zu einer zögerlichen Maske der Unsicherheit. Stellte sie sich denn selbst zurück? War es nicht natürlich, denen zu helfen die einem am Herzen lagen? Um ihm zu antworten, öffnete Sumiyaka den Mund und holte Luft. Doch ließ sie diese wieder entweichen ohne auch nur ein einzelnes Wort gesagt zu haben. Was sollte sie ihm dazu auch sagen? Sie lebte, sie verhielt sich so, solang sie sich erinnern konnte. Erst Rikojins Einwand, dass auch sie Sicherheit und Halt brauchte, wischte den verwirrten Blick bei Seite und ließ Verstehen darin erkennen. Bisher hatte sie stets Halt darin gefunden, ihren Freunden helfen zu können. Doch musste sie für diesen Halt stark sein, kämpfen und immer wachsam bleiben. Das Gefühl jetzt, in diesem Moment war ein anderes. Es war eine innere Ruhe, die ihr gestattete loszulassen. Ohne jegliche logisch begründbare Veranlassung fühlte sie sich sicher. "Ich wünsche mir sehr, dass du das für mich bist", antwortete sie nun endlich mit zitternder Stimme. Dabei löste sie sich aus seiner Umarmung und taumelte ein Stück zurück, nur um sich wieder auf ihren steinernen Sitz nieder zu lassen. Mit hängendem Kopf und zu Boden gerichteten Blick, murmelte sie betrübt, "nur weiß ich nicht wie." Je aussichtsloser eine Situation, umso verzwickter ein Problem, desto unerschütterlicher schritt Sumiyaka voran. Wie sie es zustande bringen sollte, nicht selbst stark sein zu müssen, war ihr jedoch fremd. Aus dieser Ahnungslosigkeit wuchs langsam die Sorge in ihr, Rikojin würde sich deshalb von ihr abwenden. Etwas, das sie nur schwer in Worte fassen konnte. Zögerlich hob sie das Gesicht zu ihm empor. Ihr fragendes Lächeln trug nichts ihrer sonstigen Selbstsicherheit zur Schau, "würdest du mir denn helfen, es.. es zu lernen?"

Nara Rikojin

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Nara Rikojin » Di 22. Mai 2012, 19:29

Rikos Versprechen schien Sumi tief im Inneren zu erreichen. Er spürte, wie seine Worte etwas in ihr auslösten. Nur war er sich alles andere als sicher, ob ihre Reaktion durchweg positiv war. Sie tat mit schwacher Stimme kund, dass sie Rikos Beistand annehmen wollte. Auch wenn ihre Worte aus tiefen Herzen zu kommen schienen, so waren sie doch unentschlossen ausgesporchen. Fast so, als würde sie selbst kaum daran glauben. Dazu passend wirkten ihre Schritte orientirungslos, als sie sich von Riko löste. Sumi ließ sich auf den Stein sinken, den Riko heute Nacht schon instinktiv angesteuert hatte. Ihre Körperhaltung wirkte dabei so, als würde die nächste nächtliche Brise sie einfach fort wehen. Mit leise ausgesprochenen Worten bestätigte sie Rikos ersten Eindruck. Tatsächlich hatte sie bedenken, was Rikos Rückendeckung anging. Sie konnte sich schlichtweg nicht vorstellen, wie der Nara für sie da sein sollte. Riko befürchtete zunächst das Schlimmste, dann drehte sie ihr Gesicht jedoch zu ihm und bat ihm ihr beizubringen, wie er für sie da sein konnte. Zwar trug ihr Gesicht ein Lächeln, doch es war selbst für einen Laien wie Riko schnell als "nicht echt" zu identifizieren. Für einen Moment war Riko von der Situation wie überrumpelt. Vor ihm saß einer der stärksten und schönsten Frauen, die er jemals kennen gelernt hatte. Eine mehr als besondere Person, die er bei ihrem ersten Treffen für unerschütterlich gehalten hatte. Genau diese Frau -mittlerweile wertwoller als ein Diamant- bat ihn ihr beizubringen, wie er für sie da sein konnte. Es dauerte eine Weile, bis sich Riko erschloss, was sie damit meinte. Wenn man überhaupt von "erschließen" reden konnte. Er vermutete, dass Sumi zeit ihres Lebens alleine durch die Lande gezogen war. Während sie stets für andere ihr Bestes gegeben hatte, hatte niemals jemand existiert, der in gleichem Maße alles für sie getan hatte. Sicher gab es die Sheruta, die ihr den Rücken stärkten, Niwa, der sie motivierte. Doch anscheinend gab es niemanden, der sich genauso für sie aufopferte, wie sie es für andere tat. Riko selbst hatte in Krisensituationen immer Hilfe von seinen Freunden und seiner Familie erhalten. Er wusste wie es war stets jemanden hinter sich zu haben, nahm das Gefühl als selbstverständlich an. Dazu kam, dass er sich selbst immer von seiner Familie und oft auch von seinen Freunden distanziert hatte. Trotzdem waren sie immer für ihn zur Stelle gewesen, wenn es denn notwendig gewesen war. Sumi wusste nicht wie es war sich einer anderen Person anzuvertrauen und somit jemanden zu gewinnen, auf den man sich immer verlassen konnte. „Das Gefühl jemanden zu haben, der für einen da ist verlangt zwei Dinge.“ Riko sprach hinaus in die Dunkelheit, die sich wie Blei über die Landschaft legte. „Du brauchst jemanden, der für dich da sein will, jemanden der bereit ist für dich mehr als ein Rückgrat zu bilden. Dieser jemand möchte ich sein. Darüber hinaus verlangt es auch etwas von dir: Du musst dich auf diese Person einlassen und ihr vertrauen, vollends vertrauen.“ Riko blieb stehen. Er wollte Sumi nicht die Privatsphäre rauben, die sie zum Nachdenken über seine Worte wahrscheinlich brauchte. „Dieses Einlassen kann genauso wie das Vertrauen kann unmöglich aus dem Nichts kommen. Also fällt ein Teil deiner Aufgaben wieder an mich ab, ich muss dein Vertrauen gewinnen.“ Mit einem sanften Lächeln wandte er sich ihr zu. Für ihn bestand kein Zweifel daran, dass er das schaffen würde. Er fasste es für sich als so wichtig auf, dass er es auch auf seiner Prioritätenliste ganz oben ansetzte. Dinge, auf die sich ein Nara mit Ehrgeiz konzentrierte –was selten genug geschah- klappten einhundertprozentig! „Das Einlassen kannst nur du übernehmen. Irgendwann wirst du es tun, dann lernst du, wie es ist jemanden zu haben, der für dich da ist. Dann wirst du mir vertrauen, dann wirst du hoffentlich durch mich das Gefühl haben, das jemand für dich da ist.“ … und immer für dich da war. Den letzten Teil des Satzes ließ er unausgesprochen. Denn das „für sie da sein“ hatte schon begonnen. Es hatte an dem Tag begonnen, als er mit ihr auf die Reise gegangen war. Am Anfang war er für sie vielleicht nicht mehr als eine gute Gesellschaft gewesen. Mittlerweile war er mehr für sie, genauso wie sie mehr für ihn war. Riko hoffte, er betete, dass dieses Gefühl wachsen würde bis… bis sie und er in allen Facetten wussten, wie sie füreinander da sein konnten. Jetzt erst setzte er sich zu ihr, führte ihren Oberkörper langsam bis er an seinem lehnte. „Nach all diesen ernsten Worten... kannst du wieder ehrlich lächeln? Du siehst wunderschön aus, wenn du es tust!“

Nara Rikojin

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Nara Rikojin » Do 21. Jun 2012, 11:20

Am Morgen hatte Riko von ihrer jetzigen Position einen Falken nach Konoha gesandt. Er hatte nicht verraten, wo sie sich befanden, oder die Ergebnisse ihrer „Mission“ vorgegriffen. Er hatte lediglich mitteilen wollen, dass er noch lebte und sich die Rückkehr nach Konoha durch Sumis Anliegen etwas verzögern würde. Genau genommen wusste er auch nicht, wo er den Anstand hernahm überhaupt einen Boten zu schicken. Solche Nettigkeiten waren eigentlich untypisch für ihn. Wie es der Zufall wollte, ergab sich aus dem Boten jedoch viel mehr. Jetzt, da Riko mit Sumi in seinen Armen auf dem Stein saß wunderte er sich, als der Falke sich auf einen Baum unweit von ihnen setzte. Riko brauchte einen Moment um das Tier zu erkennen, dass er vor ca. 12 Stunden ausgesandt hatte. An der rechten Kralle trug das edle Tier eine Nachricht. Der Nara wunderte sich, das man sich die Mühe gemacht hatte ihm zu antworten. Noch mehr wunderte er sich über den möglichen Inhalt der Nachricht. „Entschuldige mich kurz…“ Etwas genervt darüber, dass ihn der Stress in Konoha selbst hier einholen konnte trat Riko zum Falken. Er streichelte ihn über das Gefieder um ihn zu beruhigen, während er die Nachricht löste. Sorgsam entfaltete er das kleine Stückchen Papier, auf dem mit schnell geführtem Stift ein paar Worte standen.

    [font=Bradley Hand ITC]Riko,

    es ist etwas passiert. Wir brauchen dich. Schnell!

    Youko[/font]

Riko laß die Worte ein paar Mal, konnte ihnen aber auch bei fünften Versuch keinen Sinn entnehmen. Auf jeden Fall bewirkte der Brief, das er sich Sorgen machte. Youko war seine Cousine, die Schwester seines ehemals besten Freundes. Er kannte sie gut genug um zu wissen, dass sie sich nur dann bei Riko meldete, wenn es etwas wirklich dringendes gab. Verärgert faltete Riko die Nachricht zusammen und ließ sie in seiner Hosentasche verschwinden. Wieso konnte nicht einfach Mal alles nach Plan verlaufen? Wieso konnte er nicht einfach in Sumis Gesellschaft ein paar weitere Tage durch die Welt reisen? Mit diesem Brief im Hinterkopf blieb ihm keine Wahl. Mit grimmiger Miene und einem hörbaren Seufzen gesellte er sich wieder zu Sumi. „Ich habe eine Nachricht aus Konoha bekommen...“ Riko zeigte ihr den Brief und fuhr dann fort. „Er kommt von meiner Cousine. Viele andere Briefe hätte ich ignoriert, aber wenn sie schreibt, dann muss es etwas dringedes sein.“ So lag die Tatsache, dass Riko nicht mit Sumi gehen konnte für einige Sekunden unausgesprochen zwischen ihnen. So lange, bis Riko es eingestehen musste. „Du weißt, ich wäre gerne mit dir gekommen. Aber das hier macht es unmöglich. Ich werde gleich nach Konoha aufbrechen, mich dort um die angefallene Sache kümmern -was auch immer es ist- und dann werde ich auf dich warten.“ Riko setzte sich auf und blickte in Sumis Richtung. Seine Augen verrieten eine Mischung aus Bedauern über ihre plötzliche, wenn auch vorübergehende Trennung und Ärger über die Tatsache, dass ausgerechnet jetzt etwas in Konoha passiert war, das seiner Aufmerksamkeit bedurfte. „Pass auf dich auf!“ Mehr konnte er nicht sagen, er brachte es nicht einmal fertig sie ein letztes Mal vor seinem Aufbruch zu küssen. Stattdessen wandte er sich ab, machte noch einen kurzen Abstecher an ihrem Rastplatz um seine Sachen zusammen zu packen und verschwand dann in Richtung der langsam aufgehenden Sonne.
    ---> Konoha

Rikudo

Re: Hohes Gebirge Unei (Wolkenschatten) [Umgebung]

Beitragvon Rikudo » Di 21. Aug 2012, 19:42

[align=center]Einstiegspost[/align]

Eine etwas längere Zeit seit dem Vorfall in Iwagakure war Rikudo nun schon unterwegs. Zu seinem Glück ist sein Proviant vorrätig. In der vergangenen Zeit meditierte der Gläubige weniger als gewöhnlicherweise, was auch seiner Laune schadet. Er war geplagt davon, dass die Karte, welche er vom Orden erhalten hatte, nicht exakt mit der Realität übereinstimmte. Einige der eingezeichneten Wege waren durch Geröll oder unüberwindbare Steine versperrt, sodass ein neuer Weg gefunden werden musste. Im Ungewissen, ob man ihn verfolgen würde, war er außerdem gezwungen vorsichtig zu agieren und öffentliches Schauspiel zu vermeiden. Nachdem einige seiner Wege ungelegen endeten, entschloss Rikudo sich dazu den Pfad über das hohe Gebirge Unei zu nehmen und später Tsuchi no Kuni zu verlassen.
Laut dieser unzuverlässigen Karte müsste es nicht mehr weit sein bis ich die Grenzen überquert habe und nach Kusa no Kuni komme. Ich denke, dass ich das Großreich Hi no Kuni aufsuchen sollte, dort könnte man meinem Gesuch bestimmt ausfindig machen. Solche Großreiche sollen nach den Lehren des Ordens vielerlei Informationen besitzen. Außerdem sollte es nicht all zu schwer sein, sich solch politisch unnützes Wissen anzueignen...
Eine eher verdünnte Luft war hier im Gebirge zu vernehmen, allerdings war das nicht gerade schlecht für Rikudo, da dieser es ja gewohnt ist. Es kam ihm sogar eher gelegen, "normale" Luft zu schnappen. Allerdings ging der Gläubige hier im Gebirge etwas langsamere als im Tal. Er schien die Luft und die Umgebung zu genießen. Er hatte schon einen etwas steileren Anstieg hinter sich gelassen, jedoch war nicht an einem erstaunlich hohen Punkt des Berges.
Herrlich, diese Aussicht. Die schöne Form des Gebirges bildet einen guten Ausblick in das Tal. Die Bilder, welche man hier mitnimmt, sind wahrhaftig ein Grund um inne zu halten. Wie schade, dass ich nicht trödeln sollte...

Rikudo atmete einen Moment tief ein und schnaufte nachdenklich wieder aus. War es wirklich das Richtige das Gewölbe zu verlassen? Ich denke die Reise sollte nicht gerade lang dauern. Solange die Bluterbin auf Kami vertraut, so wäre alles in Ordnung. Kami, ich hoffe mein Weg wird sicher von dir gepriesen...
Bedenklich schreitet der Gläubige weiter, wieviele Tage wohl noch auf seiner Reise vergehen würden? Würde sie überhaupt erfolgreich enden? Das einzige, was man gewiss weiß ist, dass ausreichend Fußmarsch von Nöten sein wird, um an das Ziel zu gelangen.



TBC: Konoha - Waldgebiet


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