Seine Fragen gegen sie trafen Anija allerdings wie spitze Steine. Er forderte sie förmlich dazu auf ihm preiszugeben wer sie sei. Natürlich hatte er sie durchschaut, dass sie nicht von hier war. Ihr Verhalten war auch eindeutig genug: Wer beschimpfte schließlich eine Krähe, dass sie durch Wasser nicht schmelze? Dennoch kam das Mädchen ins schwitzen. Und man konnte ihr auch ansehen dass sie unter Druck stand. Sie schüttelte leicht den Kopf. Nun würde er bestimmt nicht das mit dem Bauernmädchen abkaufen... jedoch musste sie schweigen. Sie durfte und konnte auch nichts verraten, sonst würde es ihr gesamtes gedächtnis löschen und ihre Aufgabe sei fehlgeschlagen. wahrlich das Letzte, was der Blauhaarigen zustoßen wollte. Ein wenig aus Angst, aber auch aus Verzweiflung machte sie wieder einige wenige Schritte zurück. Sie atmete schwer. Was sollte die Erbin tun? Eigentlich half nur eines: Die Wahrheit. Das Mädchen schluckte daraufhin kurz, blickte zögerlich wieder zu Kairen auf. Ich kann nicht... Sprach sie leise und zaghaft, jedoch so, dass er sie duetlich verstehen konnte. Selbst, wenn ich dir es erzählen wollte... ich kann nicht. Ähnlich einer Entschuldigung brachte sie diese Dinge hervor. Mit zitternder Hand fasste sie sich an den Hals und strich leicht über diesen. Es ist hier. Würde ich etwas sagen, dann vergesse ich alles... Ehrlich gesagt tat es ihr auch ein wenig Leid. Mittlerweile wusste sie nämlich, dass er nicht zu denen gehörte, der sie suchte. Ansonsten hätte der Schwarzhaarige bereits lange reagiert. Allerdings schien ihr eine Kleinigkeit einzufallen. Sie machte wieder wenige Schritte auf ihn zu. Aber ich kann dir was zeigen. Auf diese Worte hin, hob sie ihre rechte Hand und konzentrierte Chakra in diese. Sie konzentrierte es mit Leichtigkeit so stark, dass ihr weiß-gräuliches Chakra sich um die Hand abbildete. Dann began sie damit vor sich in der Luft etwas nachzuzeichnen. Merkwürdige Symboliken, ihr natürlich bestens bekannt, formte sie mit ihrem Finger, bis sie alle vor ihr schwebten. Mit einer Handbewegung ließ sie die Runen zu ihrer brust schweben und verschwand in dieser. Ein kleiner Chakraimpuls stieß hervor, als sämtliche Runen in ihr verschwunden waren, ließ das Chakra kurz um wie herumwirbeln. Für Kairen womöglich erkennbar, legte sich eine beinahe durchsichtige Schicht aus Chakra um ihren gesamten Körper. Es ist nicht viel, aber mehr geht nicht. Anija löste die Technik auf und drehte ihre weiße Stimmungshaarsträhne um den Zeigefinger. Für diese Haarsträhne kann ich nichts. Sie ist ein Fehler... im... Erb-gut. So sagte man es zumindest zu mir. Man sagte mir auch, dass ich Acht geben sollte, wem ich mein Vertrauen schenke. Die Welt soll nicht so sein, wie sie scheint. Wenn ich nicht vorsichtig sei, dann könnte alles ein schnelles Ende nehmen... Anija ließ den Kopf bedrückt sinken. Obwohl sie ihm nicht vertraue, so würde sie dennoch gerne mehr erzählen. Es war schrecklich mundtot zu sein und die Menschen dieser Welt wusstens nichts mit ihr anzufangen, da sie nicht mehr erfuhren. Aber vielleicht verstand er, dass ein Fuin es ihr verbat zu sprechen. Sie hatte ihm auch etwas gezeigt, was wahrlich ein großes Geheimnis und eigentlich verborgen war. Gerne wollte sie mehr wissen, doch bevorzugte sie es erstmal zu schweigen. Nicht, dass nur mehr Fragen kommen würden, die sie nicht beantworten könnte...
Allgemein ging ihr diese Lage sehr auf die Nieren. Anija konnte nichts verraten, tappte vermutlich auch im Dunkeln und wusste nicht, wozu Kairen noch imstande wäre. Die Einzige und wohl sicherste Methode: Fliehen. Doch was hieß fliehen? Sie wollte ja nicht weglaufen, sondern Abstand zu ihm gewinnen. Um noch unangenehmere Zwischenfälle zu vermeiden, würde ihr wohl nichts anderes übrig bleiben, außer zu gehen. Schlafen konnte sie auch wann anders, hauptsache erstmal weg. So wank sie ihren treuen Talbuk Yokaze zu sich, welcher sofort angetrottet kam. Sie machte einige Schritte von dem jungen Mann zurück und strich ihrem Freund über den Hals. Mit bedauerndem Blick schaute sie zu ihm auf. Es tut mir Leid... aber ich möchte dich auch nicht in Schwierigkeiten bringen... lebe wohl. Mit diesen Worten schwang sie sich sicher auf den Rücken des Talbuks. Ja, sie konnte auch ohne Sattel und Zaumzeug auf diesem reiten. Ihn Richtung Wald leitend, verschwanden die beiden zwischen dem Laub. Einmal blickte das Mädchen zurück, dann nicht mehr...
TBC: ???
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