Kratos erklärte dem kleinen Mädchen nun genauer, was es mit dem Rohstoff Lyrium auf sich hatte. Doch als er sagte, dass sie, die Templer und er, eine Waffe gegen die Shinobi, gegen die, die vom rechten Weg abgekommen seien, wären, schüttelte Saya wie wild den kleinen Kopf.
Nein, nein, nein! gab sie nur protestierend kund, was sicherlich für Verwunderung sorgen würde. Doch sie endete mit dem wilden Kopfschütteln und blickte ihren Vater mit großen Augen an, hatte die kleinen Hände zu Fäusten geballt.
Keine Waffe! Waffen schaden anderen Lebewesen. Sie verletzen und töten, das will ich nicht. Seid lieber etwas wie... ähm... Saya legte nachdenklich den Kopf ein wenig nach hinten und dachte angestrengt nach, ehe ihr eine Idee kam.
So etwas wie Bewahrer! gab sie kund und war sichtlich erfreut über ihre eigene Idee.
Bewahrer des Friedens. Und Führer für jene, die vom rechten Weg abgekommen sind, um ihnen eben diesen Weg wieder zu zeigen und sie von der Dunkelheit zurück ins Licht zu führen. sprach Saya und lächelte ihren Vater aufmunternd an.
Das kleine Problem des Aurion war nach kurzer Zeit auch beseitigt und die beiden verließen die Hütte und traten hinaus an die frische Luft, wo man den strahlend blauen Himmel noch viel besser sehen konnte. Doch Saya hatte keinen Blick mehr für diesen, als sie die vielen Männer und Frauen sah, welche sich vor der Hütte versammelt hatten. Kurz überkam sie nervösität, vor dieser Menschenansammlung und sie hüpfte ebenso nervös von einem Beinchen zum anderen. Doch die Hände ihres Vaters auf ihren Schultern, beruhigten sie und sie konnte wieder durchatmen. Das Raunen, welches durch die Menge ging, entging der Grünhaarigen jedoch nicht und unsicher blickte sie zu ihrem Vater empor. Doch diese begab sich schon auf ihre Höhe. Er erklärte ihr, was die ganzen Menschen hier taten. Sie waren hier, weil sie an sie glaubten? Das klang so Irrwitzig und unwahrscheinlich, das Saya ihren Vater nur ungläubig anblickte. Doch ihr Papa sprach das aus, was sie sich wünschte und diese ganzen Menschen sollten ihr dabei helfen. So hob die Genin den Kopf, blickte die Menschenmasse an und lächelte dieser entgegen. Es waren so viele Leute und sie alle blickten sie an. Sie alle würden ihr dabei helfen, ihren Wunsch nach Frieden zu erfüllen. Bei dieser Erkenntnis fingen die Augen des Mädchens an zu leuchten, vor Freude und sie hörte die Worte des Aurion, als er seine Stimme an die Anwesenden richtete. Sie sah, wie Kratos sein Schwert aus der Scheide führte und über sie hielt. Unsicher hob sie den Blick zur Waffe, doch als ihr Papa eine entscheidende Frage aussprach, fielen alle auf die Knie. Saya wurde rot, doch auch ihr Papa tat dies. Mit wieder gewonnener Unsicherheit trat Saya dichter an ihren Papa heran, sodass ihr Bein seinen kalten Körper berüherte, doch hörte sie auch die Worte, welche nur an sie gerichtet waren.
Aber Papa... ich bin doch gar nicht Göttlich. Und wieso fallen alle auf die Knie? fragte sie unsicher.
Es folgten im Anschluss viele Erklärungen und taktischer Krimskrams, welcher Saya nur müde machte. Sie verstand davon nichts und nicht selten geschah es, dass sie sich einfach an ihren Vater lehnte, als dieser erklärte und Anweisungen gab. Doch irgendwann entfernten sich die beiden vom Rest der Truppe und begaben sich auf eine Anhöhe von welcher aus sie alles überblicken konnten.
Vielleicht nehmen mich die Leute in Kirigakure dann ein bisschen ernster. Die Erwachsenen denken zu oft nur an Krieg und zu oft nur an die Möglichkeit, einen Konflikt mit Schmerz und Gewalt zu lösen. Auch als Lord Arwin da war, wollten sie sich ihm kämpferisch entgegen stellen. Doch Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. Ich kann mein eigenes Leid nicht weniger werden lassen, wenn ich jemand anderem Leid zu fügen. Es entwickelt sich so nur ein Kreislauf aus Schmerz, Hass und Rache. Doch die meisten Erwachsenen denken nicht so weit, Papa. Zu viele denken nur an sich. Aber... Saya machte eine Pause in ihren nachdenklichen Gedanken und ihren Ansichtsweisen, um ihren Vater direkt anzublicken.
Sollte nicht gerade der Mizukage an das Wohl aller Denken? Sollte nicht gerade er wissen, dass Gewalt keine Lösung ist, um Frieden zu schaffen? Auch er wäre Lord Arwin kämpferisch entgegen getreten und hätte entweder dem Dorf leid zu gefügt, weil der Affe war wirklich seeehr groß! Oder aber, er hätte Lord Arwin leid zugefügt und ihn vielleicht getötet. Und es gibt bestimmt Menschen, die an Lord Arwin hängen und ihn gern haben und die über seinen Tod so traurig und verzweifelt gewesen wären, dass sie erneut unser Dorf angegriffen hätten, war nur zu noch mehr Leid geführt hätte. Müsste nicht gerade der Mizukage so etwas mit bedenken und dann anders handeln? Er ist doch dafür zuständig, dass es allen gut geht, oder? fragte Saya und sie stellte so in gewisser Art und Weise das Handeln der Menschheit der "Erwachsenen" als auch das System der Shinobi in Frage. Wie konnte es denn sein, dass eine Genin, welche im Dorf eigentlich nichts zu sagen hatte, von ihrem Rang her, weiser entschied, als der Mizukage. Wie konnte es sein, dass das Eingreifen einer Genin, eines Kindes, das Dorf schützte, auf Grund ihrer Entscheidung, während die Entscheidung des Mizukagen, der das Dorf schützen muss, von seinem Rang her, eben dieses in Gefahr gebracht hätte? Doch das Saya so sehr das System der Shinobi auf Grund der Ränge in Frage stellte, realisierte das Mädchen selbst nicht. Es war eine sehr unterbewusste Botschaft, welche sie hier indirekt aussprach, ohne es selbst einmal zu merken. Doch wieso benötigte ein kleines Mädchen, eine Genin, ihren Papa, der Schwertmeister war, und eine ganze Armee von fast 300 Leuten, um einen Mann von dem richtigen Weg des Friedens zu überzeugen. Wieso benötigte es all diesen Aufwand, um einem Mizukagen die Augen zu öffnen, und all den anderen? Doch das waren Dinge, über die sich Saya selbst keine Gedanken machte. Sie war nur froh, dass ihr nun die Chance gegeben wurde. Das ihr eine Stimme gegeben wurde und das es Leute gab, die hinter ihr und ihrer Meinung standen. Saya war sonst immer alleine gewesen mit ihrer Einstellung zum Leben. Sie hatte nie eine Stimme bekommen sondern wurde immer als Kind herab gestuft. Sowohl im Waisenhaus als auch von ihrem Rang her. Als Kind, welches nichts zu melden hatte, weil sie keine Ahnung vom Leben hatte. Doch nun hatte sie Menschen hinter ihr, die an sie glaubten und die ihr zu hörten und das machte sie sehr glücklich.
Erneut holte Kratos sein Schwert hervor und hielt es Saya hin. Das Mädchen sah die Waffe eine ganze Weile an und entdeckte, wie es plötzlich anfing zu leuchten. Ganz blau, so wie der Himmel zuvor.
Wie schöön! sagte Saya aufgeregt und ihr Papa erklärte ihr auch schon, dass das hier wie ein Licht war, ein Licht der Hoffnung. Die Klinge wurde immer heller und der Aurion versuchte weiter zu erklären, wie die anderen ausgebildet wurden. Saya versuchte sich alles zu merken, denn sie wusste, dass ihr dies auch bei ihrem eigenem Training half. Plötzlich sprach Kratos jedoch etwas aus, was Saya nur noch mehr erfreute.
Mein eigenes Schwert? sagte sie aufgeregt und lächelte. Dann kam ihr jedoch plötzlich Sorge.
Aber es wird nicht so groß und schwer wie deines, oder, Papa? sagte sie unsicher und sah ihren Vater mit großen Augen an. Doch eine Antwort blieb vorerst aus. Stattdessen suchte der Seraphim etwas Abstand zu Kratos ehe ein gewaltiger Blitz direkt auf ihn zu flogt.
Papa! rief Saya nur besorgt, doch ihm geschah nichts. Er schaffte es irgendwie, dass er nicht getroffen wurde und Saya atmete erleichtert auf.
Mach mir doch nicht solche Angst... sagte sie schmollend. Doch sie war auch müde geworden. Die Sonne war schon lange vom Himmel verschwunden und es wurde Zeit, dass sich die beiden Aurion Familienmitglieder wieder in die Hütte zurück zogen. Dort machte Kratos seiner Tochter noch etwas zu essen, was diese dankend zu sich nahm. Anschließend legte sich das Mädchen jedoch auch schon ins Bett.
Papa, morgen fahren wir aber wieder nach hause, oder? sagte sie, während ihre Augenlider immer schwerer wurden. Nur wenige Sekunden später entglitt sie bereits einem tiefen Schlaf.
Am nächsten Morgen würde die Genin schon früh wach sein, groß war ihr Heimweh und sie freute sich erneut, auf eine Schifffahrt, welche sie erwarten würde.
TBC:
Kirigakure - Stadttor