Auch Seiji hatte sich etwas sommerliches angezogen, was ihrem Ausflugsziel entsprach. Jedoch hatten sie ja ursprünglich geplant, wenn sie eine Reise in die Wüste unternahmen, Noctiris ihm Kleidung besorgte, wie sie einst die Aeger trugen... doch dafür hatte sie bisher nicht ausreichend Zeit gehabt. Vergessen hatte sie dies allerdings noch nicht.
Das nächste Mal, dass wir die Wüste betreten, habe ich dann hoffentlich auch die Kleidung bereits, welche ich dir versprach. sagte sie. Als Zeichen dessen, dass sie ihr gemeinsames Gespräch ebenfalls nicht vergessen hatte. Seiji hatte sich aber wirklich etwas einfallen lassen mit der Vorbereitung hier und Noctiris war verwundert, wie das so schnell möglich gewesen war. War es nicht. Es hatte lange Planung schon im Voraus beansprucht. Ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel über so viel Engagement. Sie unterhielten sich weiter und dabei kamen sie auch auf die Sonnencreme zu sprechen. Noctiris berichtigte den Mann etwas, denn sie bräuchte durchaus ebenfalls Schutz vor der Sonne. Trotz ihres dunklen Hauttones. Der Mann lachte und erklärte sich. Auch begründete er seine Worte, was Noctiris ebenfalls leise zum Lachen brachte.
Das stimmt. Wenn Komplimente oder Lob gemacht worden sind, waren diese oft im Zusammenhang mit den Göttern. Zumindest, soweit ich dies beurteilen kann. sagte sie. Denn sie wusste nicht, wie Paare vielleicht hinter verschlossenen Türen einst miteinander gesprochen hatten. Woher hätte sie dies auch wissen sollen? Unzüchtige Worte waren ihr für gewöhnlich nicht zu Ohren gekommen, da war man stehts darauf bedacht gewesen, die heilige Priesterin davor zu verschonen. Der Mann erklärte schließlich, wofür die Sonnencreme da war. Es funktionierte ähnlich wie die Öle, die Noctiris noch aus ihrer Zeit kannte und sie wollte diese Creme ebenfalls ausprobieren. Hier bot sie Seiji nun sogar an, auf die Massage einzugehen. Gesagt, getan. So sollte es noch vor dem Essen geschehen. Kurz stutzte sie, als Seiji sie bat, sich oben herum zu entkleiden. Aber sie verstand warum. Somit drehte sie ihm wieder den Rücken zu, entfernte ihr Bikinioberteil und legte ihren gewaltigen Zopf nach vorne, sodass ihr Rücken frei war. Ihr Haar war so lang, dass es sowieso ihre Front verdecken würde. Ihr
Rücken war ebenso schlank wie der Rest ihres Körpers. Die dunkle Haut schmeichelte der feinen Muskelkontur, welche sich unter der Haut abzeichnete. Die ehemalige Hohepriesterin war kein Muskelprotz. Sie verfügte über eine Stärke, die eher unter dem Durchschnitt lag. Doch im körperlichen Kampf lag auch nicht ihre Stärke. Nachdem sie ihren Rücken also freigelegt hatte, legte sie sie auch die Liege, sodass Seiji mit seinem Werk beginnen konnte. Sie spürte, wie seine Hände sie sanft berührten. Sie hatte bereits früher Massagen erhalten, von ihren Bediensteten. Jene, welche auch für ihre Körperpflege allgemein zuständig waren. Doch waren dies nie Personen gewesen, die mit ihr theoretisch auf Augenhöhe gewesen waren. Es waren jene, die auch dazu abgestellt gewesen waren, ihr Haar zu kämmen. Noctiris schloss die Augen für einen Moment, während sie sich auf das Gefühl seiner Hände konzentrierte. Jene, die so sanft und doch nicht streichelnd über ihre makellosen Haut fuhren. Der Druck an manchen Stellen fühlte sich intensiver an. Manchmal sogar leicht schmerzhaft und die Aegerin war sich gar nicht darüber im Klaren gewesen, dass sie teilweise so verspannt war. Vielleicht lag dies an ihren Studien zu den Fuins, wo sie oft gebückt über ihren Unterlagen gehockt hatte. Dies musste sie wohl unterschätzt haben. Als er näher an manche empfindlichere Stellen kam, wie zum Beispiel dichter unter die Achseln und doch nicht direkt dort hin, konnte Noctiris ein Kichern nicht unterdrücken, da es kitzelte. Entschuldigen tat sie sich jedoch nicht. Sie merkte bei seinen Berührungen jedoch aber vorallem eines: Es fühlte sich anders an, als sie es kannte. Nicht nur, dass Seiji es einfach anders machte. Das war klar und damit auch nicht gemeint. Es war die Tatsache, dass es kein Diener war, der dies tat. Es war eine gleichgestellte Person. Seine Haut direkt auf ihrer zu spüren, wie er willentlich ihrem Körper Gutes tat, ohne das es seine Arbeit war. Ihre Gedanken wanderten zu ihrem Traum. Sie schwieg die Zeit über und bemühte sich, keinen Ton von sich zu geben. Trotzdessen, dass es sich manchmal wirklich sehr befreiend anfühlte. Die Stille zwischen ihnen brach, als Seiji auch die Front ansprach.
Vorne mache ich selbst. sagte sie direkt entschieden und zum Glück konnte er ihr Gesicht wohl gerade nicht sehen, denn die dezente Röte lag unter ihrer dunklen Haut. Allein schon wegen dieser Frage! Als Seiji vorschlug, ihr auch die Beine einzucremen, spreizte sie diese leicht. So breit waren die Liegen nicht, dass dies enorm wäre. Aber die simple Geste war wohl wie eine Einladung zu verstehen, dass sie damit einverstanden wäre. Noch immer spürte sie sein Bein leicht an ihrer Haut, welches er bei ihr platziert hatte, als er angefangen hatte. Nun glitten seine Hände ihren Rücken hinab. Übersprangen ihren wohlgeformte Po und griffen dann wieder an ihre Oberschenkel. Dort strichen sie hinab. Dieses Gefühl war neu. Glitschig, gleitend und wohltuend in der Wärme. Der Geruch der Sonnencreme hatte etwas ganz Eigenes an sich und sorgte irgendwie auch für eine positive Stimmung. Doch unabhängig davon... seine Finger so dicht an ihrer Körpermitte zu spüren war mehr als nur ungewohnt. Sie spürte ein Kribbeln in sich, welches sich bis in ihren Bauch hinauf zog. Sie biss sich auf die Unterlippe, sodass kein ungeplanter Ton, den sie von sich so noch nie hatte in sich aufquellen gespürt hatte, über ihrer Lippen kam. Sie vergrub sogar ihr Gesicht leicht in der Unterlage, sodass Seiji ihr nicht ins Gesicht sehen könnte. Und bei all den Berührungen merkte Noctiris selbst, wie sensibel ihr Körper für eine solche Art der Sanftheit war. Irgendwann hielt sie es dann aber doch nicht mehr aus und zog ihre Beine zusammen mit einer sich aufsetzenden Bewegung weg.
Ich denke, das reicht. sagte sie. Ihr Haar verdeckte noch immer prima ihre Front, trotzdessen, dass sie nun saß. Sie stand auf, griff die Sonnencreme und würde Seiji erneut den Rücken zukehren, um sich nun das Dekolleté und den Bauch, also eigentlich weiterhin alles, was gleich nicht von Stoff bedeckt wäre, einzucremen. Wenn sie fertig war, würde sie ihr Oberteil wieder richtig anziehen und die Schultern leicht kreisen lassen, während sie sich wieder Seiji zuwandte.
Die Massage war wirklich befreiend. Hast du das irgendwo einmal gelernt? fragte sie interessiert nach.