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Handwerksbereich

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Kotetsu Kiyoshi
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Re: Handwerksbereich

Beitragvon Kotetsu Kiyoshi » Di 21. Jul 2026, 09:44

Postgruppe: Die Puppe Mariko (Kotetsu + Winry)

Bei ihrem unschuldigen Pfeifen musste ich dann doch lachen und schüttelte leicht den Kopf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie ganz genau wusste, was sie da tat. Wie kam ich nur darauf?! "Ach, das war also Absicht?", fragte ich mit einem amüsierten Schmunzeln und verschränkte locker die Arme vor der Brust. "Erst jemanden neugierig machen und ihn dann bis zum Schluss zappeln lassen?", natürlich war das nicht ernst gemeint. Allein ihre Reaktion verriet eigentlich schon genug. Als sie dann sogar noch meinte, sie würde es auf ihre Kappe nehmen, falls ich am Ende doch nicht beeindruckt wäre, musste ich unweigerlich wieder grinsen. "Na dann hoffe ich mal für dich, dass du dich nicht verschätzt hast.", entgegnete ich scherzend. "Wobei... irgendwie glaube ich das inzwischen selbst nicht mehr.", je länger sie versuchte, meine Neugier aufrechtzuerhalten, desto sicherer war ich mir eigentlich, dass sie wirklich etwas Besonderes mitgebracht hatte.

Bei ihrer Antwort auf das Gespräch mit Hiro nickte ich schließlich leicht. Genau das war der Punkt gewesen, den ich selbst an unserem Gespräch so interessant gefunden hatte. Die meisten interessierten sich für das Endergebnis, für die Waffen oder dafür, was eine Marionette konnte. Hiro dagegen hatte sich ausgerechnet für den Weg dorthin interessiert. "Genau.", bestätigte ich ihre Vermutung. "Er wollte verstehen, warum bestimmte Dinge so gebaut sind und nicht anders. Irgendwie war das... angenehm. Man redet selten mit jemandem über die eigentliche Konstruktion.", dass Winry anschließend sofort selbst darüber nachdachte, was man alles in einem Teddy oder einer Spielzeugpuppe unterbringen könnte, brachte mich erneut zum Schmunzeln. Während sie bereits von ausfahrbaren Mechanismen, Zahnrädern und Klappfunktionen sprach, konnte ich regelrecht dabei zusehen, wie auch in ihrem Kopf die Zahnräder arbeiteten. "Jetzt bist du auch schon dabei.", stellte ich lachend fest.

"Vorhin war ich noch der Verrückte in meinen Gedanken und jetzt planst du schon mit.", ehrlich gesagt machte genau das diese Gespräche mit anderen handwerklich begabten so spannend. Kaum war eine Idee ausgesprochen, entwickelte sie plötzlich ein Eigenleben. Als Winry dann meinte, sie würde ihre Gedanken meistens erst einmal auf Papier bringen, nickte ich nachdenklich. "Eigentlich ist das gar keine schlechte Angewohnheit.", gab ich zu. "Vielleicht sollte ich mir das tatsächlich angewöhnen. Manche Ideen verschwinden zwar wieder, aber andere setzen sich irgendwann doch durch. Dann wäre es vermutlich gut, wenn ich sie nicht nur im Kopf hätte.", kurz musste ich schmunzeln. "Und wenn aus dem Teddy wirklich irgendwann etwas wird... dann bekommst du ihn natürlich als Erste zu sehen.", nickte ich ihr zustimmend zu.

Mein Blick wanderte anschließend wieder zu Mariko, während Winry aufmerksam zuhörte und immer wieder Vergleiche zu ihren Automails zog. Ehrlich gesagt überraschte mich, wie ähnlich sich unsere Denkweisen in manchen Punkten waren, obwohl wir an völlig unterschiedlichen Dingen arbeiteten. Gewichtsverteilung, Balance, Beweglichkeit... am Ende kämpften wir beide mit denselben Problemen, nur eben auf unterschiedliche Weise. "Genau deshalb muss das Gewicht stimmen.", erklärte ich, während ich Mariko vorsichtig anhob. "Ich spüre jede Bewegung über meine Chakrafäden. Ist sie zu schwer, reagieren die Bewegungen träger. Ist sie zu leicht, verliert sie an Stabilität.", bei ihrer Frage nach dem Kirschblütenholz glitt mein Blick kurz über Marikos rosafarbene Haare, ehe ich leicht den Kopf schüttelte. "Nicht nur deshalb.", antwortete ich ruhig. "Das Holz ist leicht, stabil und... die Kirschblüte stand für mich schon immer für Schönheit und Vergänglichkeit. Da Mariko meiner Schwester nachempfunden ist, wollte ich ein Material wählen, das genau das widerspiegelt.", enen Moment blieb mein Blick auf der kleinen Marionette liegen, ehe ich wieder zu Winry aufsah.

Während wir uns weiter unterhielten, nahm ich nach und nach einzelne Verkleidungen ab und erklärte ihr den Aufbau der Marionette. Winry ergänzte sicher vieles mit ihrem eigenen Wissen über Anatomie und Automails (? Habs nun einmal so betitelt, wenns nicht so ist, nehm ich das vorgegriffene wieder raus. :)), wodurch wir immer wieder ins Fachsimpeln gerieten. Ehrlich gesagt vergaß ich dabei völlig die Zeit. Statt nur über die Gelenke zu sprechen, zerlegten wir Mariko schließlich Stück für Stück. Ich zeigte ihr den Aufbau der Schultergelenke, die Führungen der Chakrafäden, weshalb manche Teile beweglich gelagert waren und andere bewusst starr blieben. Als sie schließlich auf die feinen Linien an den Armen aufmerksam wurde, musste ich anerkennend schmunzeln. "Das hat bisher tatsächlich kaum jemand bemerkt.", gab ich ehrlich zu und öffnete vorsichtig die Verkleidung. "Darin befinden sich die Vorrichtung für die Chakraschilde. Von außen soll man möglichst gar nicht erkennen, dass dort überhaupt etwas verborgen ist.", Winrys geschultem Blick entging allerdings kaum ein Detail, weshalb ich schließlich auch den Rollstuhl auseinanderbaute und erklärte, weshalb dieser genauso zur Konstruktion gehörte wie Mariko selbst, immerhin konnte ich mit dem Rollstuhl und speziellen Justsus andere damit fesseln. Es machte wirklich Spaß, sich mit jemandem auszutauschen, der dieselbe Begeisterung für Mechanik mitbrachte.

Irgendwann griff ich schließlich nach der zweiten Schriftrolle, öffnete sie mit dem entsprechenden Jutsu und holte den sorgfältig versiegelten Behälter mit der Säure hervor. "Normal ist die Säure in Mariko selbst, ich hatte sie aber rausgenommen, weil ich Shinra zeigen wollte wie Mariko funktioniert und da wollte ich nicht mit der Säure rumspritzen. Außerdem brauchte ich eine Probe für meinen Giftkurs.", erklärte ich beiläufig. Vorsichtig setzte ich den Behälter wieder an seinen Platz, überprüfte noch einmal sämtliche Mechanismen und begann anschließend damit, Mariko wieder vollständig zusammenzubauen. Schraube für Schraube, Gelenk für Gelenk verschwand schließlich wieder hinter der hölzernen Außenhülle, bis sie aussah, als hätten wir sie nie geöffnet. Zufrieden ließ ich noch einmal probeweise Arme, Beine und Kopf bewegen, ehe ich sie wieder vorsichtig in ihren Rollstuhl setzte.

Erst als ich mich etwas zurücklehnte und eher beiläufig aus dem Fenster sah, runzelte ich leicht die Stirn. Das Licht draußen hatte sich längst verändert. "Moment...", murmelte ich überrascht und warf noch einmal einen Blick hinaus. "Ist es wirklich schon so spät?" , erlich gesagt hatte ich vollkommen das Zeitgefühl verloren. Während wir uns über Konstruktionen, Mechaniken und Materialien unterhalten hatten, schien der halbe Tag einfach verschwunden zu sein. Leicht musste ich darüber lachen. "Ich glaube, wir haben uns beide ein bisschen zu sehr in unseren Werkstücken verloren.", mein Blick wanderte schließlich wieder zu Winry, ehe ich leicht lächelte. "Wie wäre es, wenn wir uns morgen noch einmal treffen? Dann kannst du mir endlich zeigen, was du die ganze Zeit so geheimnisvoll in diesem Koffer versteckt hast.", grinste ich und wäre gespannt auf ihre Antwort.


(Timeskip im nächsten Post geplant ;))
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Re: Handwerksbereich

Beitragvon Winry Rokkuberu » Di 21. Jul 2026, 19:36

"Das hast du jetzt gesagt!" meinte Winry unschuldig auf Kotetsus Aussage, dass es Absicht von ihr gewesen war ihn so neugierig zu machen und alles. Zugegeben ein wenig schon doch war es keine böse Absicht gewesen. Ein wenig frech vielleicht, aber übel nehmen tat er es ja auch nicht. Vielleicht war das auch so eine kleine Racheaktion wegen der Glitterkonfetisache neulich? Wer wusste das schon. "Na du könntest den Koffer auch einfach öffnen, dann verdirbst du dir aber die Überraschung" und grinste dann kurz. War ja nur Spaß und so sah Kotetsu das auch. Winry würde sich auch nicht verschätzen, dass seine Neugier befriedigt wurde. Falls doch, weshalb auch immer ja dann ging das auf ihr Konte. Wäre aber schon wild wenn sie so daneben lag. Handwerklich war er doch sehr interessiert und alles da würde sie es schon wundern.
Bezüglich Hiro und wieso dieser Interesse an der Marionettenkunst hatte bzw. dem Bau erklärte Kotetsu das Ganze und Winry fasste es dann nochmal zusammen ob sie richtig verstanden hatte, auch mit eigener Vermutung. Das Nicken des Sonnenbrillenträgers war Bestätigung genug. "Ja das kann ich verstehen, wenn es mal nicht jedesmal um die gleiche Sache geht wonach die meisten fragen oder sowas. Das fühlt sich angenehm an. Nicht so hmm Klischee oder Mainstreamhaft? Keine Ahnung wie ich es ausdrücken soll." Grübelte die Rokkuberu kurz und zuckte dann mit den Schultern. Kotetsu verstand sicher schon. Witzig war das Winry selbst dann über die Teddyidee nachdachte. Nunja ihr Erfinderhirn ratterte hier einfach und Kotetsu hatte ihr quasi den Input gegeben. Nicht das sie es selbst umsetzen würde aber sie verstand und es tat sich ein Bild auf. Unmöglich war das Ganze nicht nein. "Tja der Fluch eines handwerklichen Geistes haha!" und lachte dann kurz amüsiert. Kotetsu tat es ebenso. "Achwas, mir tat sich nur auf was wohl machbar wäre oder ich machen würde. Einfach Ideen, du hast mir ja das Bild gegeben die Grundsteine" protestierte sie dann etwas scherzend als wenn es seine Schuld nun war. Dem war nicht so, das Gespräch war einfach locker und sie waren gleichgesinnte was das Handwerk anging daher passte es doch und war erfrischend das man mal ein wenig lockerer war. "Jap mach das." erwiderte sie dann zu der Sache mit den Ideen niederschreiben oder Skizzen erstellen, was Winry ja auch machte und sie gesagt hatte. Kotetsu wollte sich das vielleicht auch angewöhnen. Schlecht war es keineswegs nein. Vorallem wenn man mal einen Gedanken gehabt hatte dann aber vergas und nicht wieder darauf kam, sich aber daran erinnerte das man diesen Gedanken hatte, so sprichwörtlich es lag einem auf der Zunge, ja dann ärgerte man sich. "Danke, da bin ich gespannt." meinte sie noch wegen des Teddys wenn er diesen wirklich machen sollte, das sie dann die Erste wäre die ihn zugesicht bekäme.

Anschließend widmeten beide sich der Marionette von Kotetsu zu. Mariko und Winry lauschte aufmerksam den Erklärungen und zog dann auch Verbindungen zu ihrer Arbeit mit den Automails. Im Grunde war es auch nicht so verschieden, der Marionettebau und Automails, Grundzüge waren bei beiden vorhanden und sehr ähnlich. Dennoch war es wo eine eigener Bereich für sich jeweils. Bei Winrys Automails steckte noch einiges mehr dahinter was Puppen so nicht hatten. Kombination beider Dinge? Das war durchaus möglich. Die Rokkuberu lag auch richtig mit ihrer Annahme bezüglich des Gewichts. "Das macht SInn ja." kam es knapp. Es war nur logisch das eine zu schwere Marionette dann träge war wenn man sie benutzte und eine zu leichte Marionette ja das war dann instabil. Da konnte eine Bewegung mit den Fäden dafür sorgen das die Puppe gar wegflog? Wieso er Kirschblütenholz für Mariko benutzte erklärte Kotetsu dann auch. Winry lag hier nur teilweise richtig, was ja nicht schlimm war. "Ah verstehe also aus symbolischem Grund und weil du eine Verbindung zu deiner Schwester damit ziehen kannst. Das ist schön und macht die Marionette auch besonders." Doch es war ein schöner Gedanke und eine schöne Geste wenn man so wollte. Das zeugte auch davon das Kotetsu mit viel Liebe und Hingabe beim Handwerk war. Er hatte das Holz ja nicht nur wegen seinen Eigenschaften genommen.
Nach und nach baute Kotetsu die Marionette auch auseinander, gab mehr vom Innenleben preis und erklärte auch immer wieder. Winry lauschte aufmerksam und schaute sich alles genau an. Antwortete sie ihm auch auf seine Frage und war er leicht überrascht dass Winry das Detail mit den Armen aufgefallen war. Er schmunzelte leicht. "Naja ich habe Mariko ja auch direkt vor mir und solche handwerklichen Details die für Außenstehende normal unscheinbar wirken, kaum zu erkennen die sehe ich schon. Zumal ich es bei meinen Automails auch so mache. Verborgene Funktion weil irgendwer eine Klinge noch mit drin haben will und dann nicht direkt sichtbar? Alles möglich." Sie ware eben vom Fach, das war keine Angeberei. "Und Chakraschilde also verstehe" Die Verarbeitung und der Mechanismus war interessant. Doch das würde Winry sich merken. Danach ging es zum Rohlstuhl hinüber welcher auch versteckte Funktionen hatte. "Okay das hab ich nun nicht erwartet." kam es anerkennend nun von ihr. Machte es im Nachhinein aber Sinn wieso der Rollstuhl auch so gebaut war. Wegen der versteckten Funktion. Hatte Kotetsu ja auch gesagt Mariko und der Stuhl gehörten zusammen, waren eine Einheit sozusagen. Aus einer Schriftrolle holte Kotetsu dann ein Behältnis hervor welches Säure enthielt. "Okay du verwendest Säure im Kampf statt Gift. Ich habe davon gehört das Marionettenspieler vornehmlich Gifte anwenden sollen. Deine Wahl fiel also auf eine ätzende Flüssigkeit. Zugegeben davon getroffen werden will wohl keiner, dürfte böse ausgehen für einen Feind. Unschön solche Verletzungen." Winry besaß auch medzinisches Wissen und hatte schon so manche Verletzung gesehen. Verbrennungen, abgetrennte Körperteile und auch Verbrühung oder Verätzungen. Nickte sie dann auch zu der Erklärung wieso er die Säure aus Marioko genommen hatte. Dem hatte WInry nichts mehr hinzuzufügen. Danach baute er Mariko wieder zusammen und Winry assistierte ein wenig wenn er sie ließ. Reichte ihm die Teile und sah zu. Sie lächelte zufrieden. "Ja Stück für Stück wieder zusammen setzten, jedes Teil an seinen Platz, jede noch so kleine Schraube und man weiß das es funktionieren wird, in diesem Fall sie." Probierte Kotetsu das ja auch aus, bewegte die einzelnen Glieder und setzte Mariko behutsam in ihrem Stuhl. Die Zeit war dadurch auch vergangen und es dämmerte bereits. "Scheint so." kommentierte die Rokkuberu knapp. "Das passiert eben wenn man Spaß hat oder voll bei der Sache ist. Wusch und weg ist die Zeit. Was einem wie fünf Minuten vorkommt sind dann 5 Stunden oder so haha." und lachte nochmal kurz. "Ich mein ich könnte dir die Automail jetzt noch zeigen oder wenn du gucken willst aber tun sich dir dann auch sicherlich etliche Fragen auf, wenn sie das nicht bereits haben und ja dann sitzen wir vermutlich morgen früh noch hier!" und grinste dann kurz. Aber ja du hast recht, lass uns morgen treffen und dann zeig ich dir den Inhalt meines Köfferchens!" um nochmal scherzend auf die vorhin angesprochene Größe einzugehen. Für Winry war der nicht riesig. "Ich hoffe du kannst dann schlafen mit all der Neugier" andernfalls würde das wohl eine lange Nacht für Kotetsu werden. Es war ja schon spät und besser war es so. Zwar kam Winry so nicht mehr zu ihrem Training aber das war vielleicht auch in Ordnung. Wenn sie da so an Yixuans Worte dachte. Morgen stund hatte Gold im Mund, das Motto setzte sich die Rokkuberu.

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Re: Handwerksbereich

Beitragvon Kotetsu Kiyoshi » Do 23. Jul 2026, 13:15

Postgruppe: Die Puppe Mariko (Kotetsu + Winry)

Bei ihren Worten musste ich erneut lachen und schüttelte leicht den Kopf. "Nein, nein... so leicht mache ich es dir nicht.", erwiderte ich grinsend, als sie meinte, ich könne den Koffer ja einfach öffnen. "Wenn ich jetzt nachschaue, ruinierst du dir doch selbst den großen Auftritt.", irgendwie gehörte die ganze Geheimniskrämerei inzwischen schon fast dazu und ehrlich gesagt machte genau das die Sache nur noch spannender. Als sie dann meinte, sie könne gut nachvollziehen, wie angenehm es sei, wenn sich jemand einmal nicht nur für das Offensichtliche interessierte, nickte ich zustimmend. Genau das hatte ich gemeint. Es war schön, sich einfach einmal mit jemandem zu unterhalten, der dieselbe Leidenschaft für das Handwerk teilte und dessen Gedanken sofort begannen, eigene Wege zu gehen.

Dass sie nach wenigen Minuten selbst bereits über Zahnräder, Mechaniken und Möglichkeiten eines Teddybären nachdachte, brachte mich erneut zum Schmunzeln. "Ich fürchte wirklich, wir handwerklich Begabten haben da denselben Fluch.", meinte ich belustigt. "Man braucht manchmal nur einen kleinen Gedanken und plötzlich arbeitet der Kopf den Rest des Tages allein weiter.", kurz dachte ich an ihre Idee zurück, Entwürfe und Skizzen anzufertigen. Eigentlich war das wirklich keine schlechte Angewohnheit. "Vielleicht fange ich damit tatsächlich an. Dann verschwinden wenigstens nicht ständig irgendwelche Einfälle wieder aus meinem Kopf.", dass sie den Teddy sehen wollte, falls ich ihn tatsächlich irgendwann bauen sollte, ließ mich leicht lächeln. "Versprochen. Wenn aus der verrückten Idee irgendwann Wirklichkeit wird, bist du die Erste, die ihn zu Gesicht bekommt.", grinste ich. Danach käme dann Hiro, da ich dank ihm überhaupt auf solch eine Idee gekommen war.

Während wir uns anschließend wieder Mariko widmeten, verging die Zeit beinahe wie von selbst. Immer wieder ergänzte Winry meine Erklärungen mit ihrem Wissen über Anatomie und Automails und obwohl unsere Handwerke auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein konnten, bemerkte ich immer mehr Gemeinsamkeiten. Gewichtsverteilung, Beweglichkeit, Stabilität... letztlich kämpften wir beide mit denselben Problemen, nur auf unterschiedliche Art. Als sie schließlich auf das Kirschblütenholz und den Bezug zu meiner Schwester einging, blieb mein Blick für einen Moment auf Mariko liegen, ehe ich leicht nickte. "Ja... sie sollte mehr sein als nur eine Marionette.", antwortete ich ruhig. Mehr musste ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Winry schien auch so zu verstehen, was ich meinte.

Danach verlor sich unser Gespräch immer weiter im eigentlichen Handwerk. Gemeinsam zerlegten wir Mariko vollständig, ich erklärte ihr die verschiedenen Mechanismen, zeigte ihr die Chakraschildvorrichtungen in den Armen, den Aufbau des Rollstuhls und schließlich auch den Behälter mit der ätzenden Flüssigkeit, den ich während des Transports grundsätzlich separat versiegelte. "Viele nutzen Gifte.", erklärte ich ihr, während ich den Behälter wieder sorgfältig in seinem Fach befestigte. "Ich habe mich irgendwann für Säure entschieden. Sie erfüllt ihren Zweck ebenso zuverlässig und ich muss mich nicht mit ständig neuen Mischungen beschäftigen.", grinste ich. Immerhin stellte ich die Flüssigkeit auch selbst her. Gemeinsam setzten wir Mariko anschließend wieder Stück für Stück zusammen. Winry reichte mir einzelne Teile, hielt Verkleidungen fest oder beobachtete aufmerksam, wie jedes Bauteil wieder an seinen Platz zurückkehrte. Es war angenehm, mit jemandem zu arbeiten, der verstand, weshalb man sich selbst für die kleinste Schraube Zeit nahm.

Erst als Mariko wieder vollständig vor uns saß und ich noch einmal prüfend sämtliche Gelenke bewegte, hob ich den Blick an und bemerkte das schwindende Tageslicht. Überrascht blinzelte ich kurz, ehe ich leise lachen musste. "Du hattest Recht... wenn wir jetzt noch mit deinem Koffer anfangen, sitzen wir morgen früh wahrscheinlich wirklich noch hier." , ginsend schloss ich schließlich die Schriftrolle, in der Mariko wieder sicher versiegelt war, und erhob mich von meinem Platz. "Dann heben wir uns die Überraschung wirklich für morgen auf. Ehrlich gesagt bin ich inzwischen fast noch neugieriger als vor ein paar Stunden.", mein Blick wanderte für einen Moment zu dem geheimnisvollen Koffer, ehe ich wieder zu Winry aufsah. "Ich wünsche eine angenehme Nacht meine Königin… und danke. Das heute hat wirklich Spaß gemacht.", meinte ich dann auch schon, bevor ich mich auf den Weg machen würde.

Nachdem wir uns schließlich voneinander verabschiedet hatten, trennten sich unsere Wege vor der Werkstatt. Mit den beiden Schriftrollen unter dem Arm machte ich mich zunächst noch auf den Weg zur Waschküche, um die inzwischen trockene Wäsche einzusammeln. Erst danach ging es zurück in mein Zimmer. Während ich meine Sachen verstaute, fiel mir allerdings wieder ein, dass ich mich mit Reto eigentlich für den Abend noch verabreden wollte. Ein kurzer Blick aus dem Fenster genügte bereits, um zu erkennen, dass daraus wohl nichts mehr werden würde. Also griff ich noch rasch nach meinem Terminal, schrieb ihm eine kurze Nachricht und entschuldigte mich dafür, dass ich mich völlig in der Werkstatt festgequatscht hatte. Wir würden das Treffen einfach nachholen. Anschließend verschwand ich noch unter der Dusche, ließ den Tag in Gedanken Revue passieren und musste unweigerlich wieder an den Koffer denken. Was Winry dort wohl tatsächlich verborgen hielt? Nach all den Andeutungen hatte sie meine Neugier endgültig geweckt. Mit diesem Gedanken legte ich mich schließlich schlafen.

{} Zeitsprung von einer Nacht {}

Am nächsten Morgen war ich bereits früh auf den Beinen. Nachdem ich mir noch schnell eine Kleinigkeit zum Frühstück geholt hatte, verstaute ich Marikos Schriftrolle in meiner Hosentasche und machte mich erneut auf den Weg zum Handwerksbereich. Dabei trug ich dasselbe Hemd vom Vortag und die schwarze Jeans, wieder Barfuß und Sonnenbrille. Haare ebenfalls etwas zusammengebunden. Je näher ich der Werkstatt kam, desto mehr fragte ich mich, was mich wohl hinter dem Deckel dieses Koffers erwartete. Kurz blieb ich noch vor den Räumlichkeiten stehen, zog mein Terminal hervor und tippte eine Nachricht an Winry, ehe ich sie absendete und anschließend darauf wartete, dass wir unser gestriges Gespräch endlich fortsetzen konnten.
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